Georgette Dee & Terry Truck - Alles von mir Songtext

Stellen Sie sich mal vor, Sie befinden sich auf einem Kreuzfahrtschiff.
Und auf diesem Schiff, da ist Herr Terry der Barpianist
und Frau Georgette ist die Neckermannpauschalreisende
Die beiden verstehen sich so gut,
dass sie sich Abend für Abend in der Schiffsbar stundenlang zuhören können.
Doch eines Abends sagt Herr Terry plötzlich:
Was würden Sie tun, wenn dieses Schiff unterginge
Wie
Ja, du hast fünf Minuten, dann ist alles vorbei.
Hmmm… ich bin jetzt dramaturgisch an dieser Stelle sehr geschickt und kontere mit der Gegenfrage wie im deutschen Gegenwartstheater: Frage – Gegenfrage – Frage – Gegenfrage, die Antwort tragen dann die Abonnenten in der Handtasche nach Hause, also kontere ich jetzt: Was würden Sie denn tun. Konter.
Ich würde zu dem Flügel gehen und Chopin spielen.
Och, das haben Sie sich doch vorher überlegt… Mensch, das kenn ich doch, was Sie da spielen. Doch, ist aber schön, das ist schon schön… Jetzt weiß ich, was ich machen würde. Ich würde ins Schiffsrestaurant gehen, und da würde er sitzen, dieser junge, schüchterne Brillenträger, der sich immer vor Aufregung die Cornflakes auf den Schoß kippt, sowie ich zum Frühstücksbuffet entere. Er würde dasitzen und auf mich warten, und ich würde zu ihm gehen und sagen: Guten Abend, wir sinken. Darf ich mich setzen
Und dann würden wir einander anschauen, einer dem anderen über die Schulter hinweg ins knöcheltiefe Wasser, und ich würde zu ihm sagen:

Alles von mir, ja, nimm doch alles von mir
Siehst du nicht, ich will es dir geben
Nimm meine Hände, ich will sie verlieren
und küß meine Lippen, mich zu verführen

Alles von mir, warum denn nicht alles von mir
Siehst du nicht, ich will es dir geben
Du nimmst von mir, was du magst von mir
und wenn du magst, dann nimm doch alles von mir

Und dann würde er mich zum Tanzen auffordern, und wir würden tanzen durch das knietiefe Wasser, und ich würde schnell noch in meine Kajüte zurücklaufen, ich möchte mir mein Ballkleid dazu anziehen, das mit dem weiten Schnitt, denn ich möchte auf dem Wasser aussehen wie eine kleine Seerose. Und dann würde ich sein Hemd aufreißen und seine Haare zerzausen, damit ich einmal sehe, wie er aus der Haut fährt, und ich würde sagen:

Alles von mir, warum denn nicht alles von mir
Siehst du nicht, ich will es dir geben
Nimm meine Hände, ich will sie verlieren
und küß meine Lippen, mich zu verführen

Und, Darling, tanz mit mir, immer nur: tanz mit mir
keine Angst vor großen Schritten
Du tanzt mit mir, und ich tanz mit dir
und wenn du magst, dann nimm doch alles von mir

Und das Wasser, das Wasser ist uns mittlerweile bis zu den Brustwarzen gestiegen, aber wir tanzen so eng, daß nicht ein dämliches Salzkörnchen mehr dazwischen paßt, und dann… dann verschlingen sich unsere Hände und Arme umeinander, und… und ich sehe ihm in die Augen, und er weint und weint und weint, und der Pianist sitzt in der Bar und spielt und spielt und spielt…

Alles von mir, warum denn nicht alles von mir
Keine Angst vor großen Worten
Oh, Baby, dont cry, denn jetzt ists vorbei
hol noch einmal tief Luft, und dann nimm alles von mir